11. Willkommen in der Gegenwart – der Ist-Zustand

Wir starteten mit vollgepacktem Auto, machten einen kleinen Zwischenstopp bei lieben Verwandten und fuhren am nächsten Tag in die Klinik. Eingestellt waren wir auf enorme Wartezeiten, aber ich muss sagen es war alles ziemlich gut durchgetaktet und bereits nach einer halben Stunde wurden wir ins Behandlungszimmer gebeten. Die Ärztin nahm sich Zeit, stellte viele Fragen, begutachtete alles sehr vorsichtig und erklärte durchgehend was genau sie als nächstes tun würde und weshalb. Ich fühlte mich wirklich gut aufgehoben. Sie erklärte, dass die Frau Professor sich bestimmt selbst noch ein Bild machen wolle und bat uns, uns auf etwas Wartezeit einzustellen, da sie noch im OP sei. Wir gingen Kaffee trinken, guter Dinge, mit der Professorin höchst selbst hatten wir ja gar nicht mehr gerechnet.

Insgesamt mussten wir eine gute Stunde warten, die Ärztin und Assistentin entschuldigten sich für die Wartezeit und es war ihnen sichtlich unangenehm. Da waren wir ja nun viel längeres gewohnt, also versicherten wir, dass das überhaupt kein Problem sei. Schließlich kam die Frau Professor, ließ sich erneut von mir die ganze Geschichte erzählen, untersuchte mich, überlegte kurz und erklärte dann, dass sie auch der Meinung sei, es solle eine Dammrekonstruktion vorgenommen werden, sie war guter Dinge, dass man hier in der Lage sei die entsprechende OP durchzuführen. Allerdings gäbe es auch noch die Möglichkeit diese im Rahmen einer zweiten Geburt vorzunehmen, falls denn Kinderwunsch bestehe. Der Vorteil hier sei einfach der, dass zu keinem Zeitpunkt das Gewebe besser durchblutet und somit die Heilungschancen nie höher seien. Ich fiel aus allen Wolken, dies war ursprünglich ja unser erster Gedanke gewesen, aber davon wurde uns deutlich abgeraten. Sie erklärte, dass das auch das normale Vorgehen wäre, man hier aber in der Vergangenheit bereits durchaus positive Erfahrungen sammeln habe können. Allerdings würde sie dringend dazu raten, dass bei der Geburt jemand in der Einrichtung sein müsse, der eine solche beziehungsweise ähnliche Operationen bereits öfter durchgeführt habe.

Es dauerte ein bisschen bis der Groschen fiel und ich mich rückversicherte, richtig verstanden zu haben, dass ich dann quasi in Tübingen entbinden solle. Ja genau, wir würden warten wie die Schwangerschaft verläuft und je nachdem entsprechend reagieren. Kaiserschnitt oder Spontangeburt etc. würde man alles im Verlauf besprechen. Wir einigten uns darauf, dass ich darüber nachdenken würde, mich dann erneut telefonisch melden solle und wir dann das weitere Vorgehen besprechen würden.

Bereits auf dem Weg zum Auto hatten wir uns darauf geeinigt, dass die OP im Rahmen einer zweiten Geburt stattfinden sollte. Schwierig war noch der ideale Zeitpunkt um dieses Projekt zu starten, aber auch hier hatten wir uns schnell geeinigt. Meinem Freund standen Abschlussprüfungen ins Haus, diese sollten auf jeden Fall vor der Geburt abgeschlossen sein, somit verzögert sich der Projektstart noch etwas. Die Frau Professor selbst wird die OP durchführen wie sie ein paar Tage später am Telefon versicherte. Ich solle mich melden sobald es Neuigkeiten gibt und dann circa in der 28. Schwangerschaftswoche erneut in der Frauenklinik vorstellig werden.

Somit sind wir im Hier und Jetzt angelangt. Unser Projekt zweites Baby hat noch nicht gestartet. Ich bin guter Dinge, dass alles irgendwie wieder gut werden kann, meine Beschwerden habe ich selbstverständlich nach wie vor, aber allein durch die Aussicht auf diese OP ist es etwas leichter zu ertragen. Es ist mir so einleuchtend, dass die Heilungschancen viel größer sind, da die Natur unseren Körper ja wirklich wunderbar auf eine Geburt vorbereitet und uns grundsätzlich erstmal mit allem ausstattet was es braucht um dies gesund und gut durchstehen zu können. Ich hoffe sehr, dass unser Plan aufgehen wird und ich wieder gesund werde. To be continued..

 

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