8. Abschied von der Frauenärztin – der Arztwechsel

Im Krankenhaus wurde mir noch eine gute Beckenbodenphysiotherapeutin empfohlen. Ich rief also bei meiner Frauenärztin an, es war mal wieder die furchtbare Aushilfe dran, die ich bereits in der Schwangerschaft kennenlernen durfte. Ich finde es wirklich nicht schlimm, wenn jemand chaotisch ist, sich nicht so gut auskennt, etc. aber dann sollte man auch einfach dazu stehen, im besten Falle sogar noch charmant. Aber gut, dies war hier nicht der Fall. Ich erklärte also, dass ich ein Rezept für Krankengymnastik brauchte, da im Krankenhaus empfohlen wurde Beckenbodentraining zu machen. Wieso die das dann nicht verschreiben, fragte sie. Nun bin ich ja nur Patient, aber selbst mir ist bekannt, dass Krankenhäuser keine Rezepte ausstellen dürfen. Dies erklärte ich also meiner Lieblingssprechstundenaushilfe. Achso ja gut, morgen könne ich es abholen. Ich sagte noch in welchem Krankenhaus ich gewesen war und heckte mit meinem Freund einen Plan aus, wie und wann, er das Rezept holen würde, so dass uns noch möglichst viel Zeit gemeinsam als kleine Familie bleiben würde, bevor er wieder zur Arbeit musste. Also gut, am nächsten Tag fuhr er zur Praxis und erklärte er wolle das Rezept abholen, wegen dem ich ja gestern angerufen hätte. Oh ja also, da müsse er bitte kurz warten, Frau Doktor sei noch beschäftigt. Gesagt getan, eine Dreiviertelstunde später fragte er erneut nach. Ah ja oh, also da liege kein Bericht vom Krankenhaus vor, also da wisse sie jetzt auch nicht. Ich war ja dank des guten WhatsApp auf dem neuesten Stand und konnte nicht fassen als er schrieb dass es da wohl noch mehr Schwierigkeiten gab. Also rief ich wutentbrannt an und fragte nach, ja die Situation sei die, dass da vom Krankenhaus kein Bericht vorliege und da könne man dann auch kein Rezept ausstellen, und außerdem seien sie nur noch morgen da, das wäre jetzt wirklich zu blöd. Ich fragte ob sie nicht eventuell in der Lage sei dort anzurufen und den Bericht anzufordern. Ja das sei vielleicht eine Möglichkeit. Ich hörte, dass wohl mein Freund gerade neben dem Telefon mit Frau Doktor diskutierte. Der Lieblingssprechstundenaushilfe rang ich das Versprechen ab, dass sie sie darum kümmern würde, entschuldigte mich dafür, dass sie jetzt meinen Ärger abbekommen hatte, aber dass ich ja extra tags zuvor telefonisch nachgefragt habe ob dies alles möglich sei. Wir legten auf, etwas später kam mein Freund nach Hause und erzählte wie die Geschichte weitergegangen war. Die Sprechstundenaushilfe hatte aufgelegt, und zur Frau Doktor gesagt jetzt habe sie meinen ganzen Ärger abbekommen, völlig ungerechtfertigt. Man bedenke, mein Freund stand daneben. Was tat die gute Frau Doktor? Streichelte der Lieblingssprechstundenaushilfe den Rücken und sagte, dass ihr das leid tue. Mein Freund der wirklich nicht allzu leicht aus der Fassung zu bringen ist wusste nicht mehr was er sagen sollte. Heute würde das bestimmt nicht mehr zu schaffen sein, aber morgen dann. Also zog er unverrichteter Dinge von dannen. Da ich dem ganzen und vor allem der guten Aushilfe nun gar nicht mehr traute rief ich tags darauf an und fragte ob das jetzt geklappt hätte. Gerade im Moment hätte sie meine Akte in der Hand erklärte sie. Also das Krankenhaus hätte keinerlei Bericht vorliegen, da sei nichts zu machen. Ich war sprachlos, was sollte ich jetzt dazu sagen? Ich atmete tief durch zwei Mal, drei Mal, dann fragte ich nach ob sie sicher sei, denn ich sei ja dort gewesen, also muss ja auch ein Bericht vorliegen. Nein keinen Bericht. Wieder tief durchatmen, ob denn die Frau Doktor, die ja meine Situation kenne nicht einfach das Rezept ausstellen könne aufgrund ihrer eigenen Einschätzung? Nein das gehe auf keinen Fall. Also gut, dann werde ich mir eine neue Ärztin suchen, denn ohnehin hätte ich mir im Verlauf dieser ganzen Krankheitsgeschichte eine bessere Begleitung gewünscht und das wäre nun der Tropfen der Fass zum Überlaufen gebracht hätte. Das tue ihr leid, alles Gute. Ich zitterte vor Wut als ich auflegte. Im Nachhinein habe ich mir überlegt dass sie vielleicht im Entbindungskrankenhaus angerufen hatte und nicht im Krankenhaus Nummer zwei obwohl ich dies ja erwähnte. Allerdings sogar dann hätte sie nachfragen können. Ich bekam mein Rezept völlig unproblematisch von einem Hausarzt, der allerdings der Vater einer guten Freundin ist, ärgerte mich nochmal mehr über meine ehemalige Ärztin und war froh diese Möglichkeit zu haben, denn nochmal hätte ich ungern wieder einem neuen Arzt meine Geschichte erzählen wollen. Da meine Hebamme mir schon während der Schwangerschaft durch die Blume geraten hatte die Ärztin zu wechseln, hatte ich von ihr bereits einen Alternativvorschlag und machte mir gleich einen Termin aus.

 

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