4. die ersten Tage mit Baby – endlich Daheim

Endlich zu Hause angekommen blieb noch das Problem der fehlenden Milch. Natürlich ist Stress Gift für die Milchproduktion aber wie so oft wird genau der dadurch noch größer. Zum Glück hatte ich aber ein wunderbare Hebamme, die mich ja bereits treu durch die Schwangerschaft begleitet hatte und die wirklich in der Lage war mich wieder zuversichtlich zu stimmen. Sie war so überzeugt dass es früher oder später mit dem Stillen klappen würde und stellte gar nicht zur Debatte, dass es eventuell nicht klappen könnte. Im schlimmsten Fall meinte sie solle ich mir einfach ein Bier aufmachen, das regt die Milchproduktion auch an. Dazu kam es gar nicht denn tadaaa sobald ich Zutrauen gefasst hatte verwandelte sich mein Körper in ein Babyschlaraffenland und sprudelte fröhlich Milch heraus, sobald meine Kleine Raupe Nimmersatt danach verlangte. Die wunden Brustwarzen waren zwar schnell vergessen, aber dennoch hier ein Tipp an alle frischgebackenen Mamas die Clustern müssen was das Zeug hält: ich bin der Meinung dass es auch ohne blutige Brustwarzen klappen kann, lasst euch nicht verunsichern und hört auf eure Intuition.

Die Schmerzen meiner Dammnaht wurden nur unmerklich weniger. Glücklicherweise hatte meine Mutter eine Woche Urlaub und konnte uns während dieser ersten Phase unterstützen. Meine Heilung erfolgte in Zeitlupe und sämtliche Tipps egal ob von der Hebamme oder ergoogelt schafften nur wenig bis gar keine Linderung. Ich rechnete in Tablettenzeit, von einer Ibu zur nächsten bis meine Hebamme meinte ich solle lieber auf Globuli umsteigen, da ich sowieso das Gefühl hatte keinen wirklichen Effekt zu spüren. Also ließ ich nach und nach die Schmerztabletten weg, es war wirklich weder schlimmer noch besser. Aber dies war nur die eine Seite. Auf der anderen Seite gab es ja noch die Kleine, das schönste Baby der Welt, mit vielen dunklen Haaren und großen dunkelgrauen Augen, so klein und winzig, so hilflos und auf uns angewiesen. Jedes Mal wenn ich sie betrachtete schmolz ich nur so dahin. Wie kann es Menschen geben, die ihre Babys misshandeln? Was in aller Welt muss da alles schief gegangen sein? Jede Bewegung, jedes Geräusch dieses kleinen Wesens, war besser, aufregender und spannender als jeder Kinofilm für uns. Bereits ein paar Tage nach der Geburt war es mir unbegreiflich, wie dieses kleine Würmchen jemals Platz in meinem Bauch gefunden haben konnte. Nach wie vor empfinde ich alles rund um Schwangerschaft, Geburt und Wachsen als Wunder. Was unser Körper alles bewerkstelligen muss, was für komplexe  Prozesse stattfinden, ein kleines Menschlein wächst in mir heran, wird geboren und entwickelt sich zu einem eigenständigen, denkenden, fühlenden Menschen. Wahnsinn, ein Wunder, nicht wahr?

Das Wochenbett war für mich die erste Zeit im wahrsten Sinne des Wortes ein WochenBETT, aufstehen vermied ich wo ich konnte und langweilig wurde mir dank der Kleinen auch nicht. Nach und nach war ich sogar wieder in der Lage ein wenig durch die Wohnung zu tippeln. Die guten Arnikaglobuli hatten wahre Wunder gewirkt und die Zeit vielleicht auch ein wenig dazu beigetragen, ich war euphorisch und glücklich und dachte jetzt ist es absehbar und bald bin ich wiederhergestellt. Wie ihr vermutlich schon erraten konntet war dem selbstverständlich nicht so, sonst wäre dies ein ziemlich kurzer Blog 😉

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